Ich kann das nicht beschreiben - Überlegungen zum déjà vu (Rüdiger Lorenz)
Datum: 14.04.2025 (20:00:00–22:00:00)
Ort: Kino Babylon, Rosa-Luxemburg-Straße 30, 10178 Berlin, und online via Zoom
Im Spiegel der Erinnerungen
Sowohl vereinzelte eigene als auch die déjà vu Erfahrungen einiger früherer Patienten und Patientinnen wurden mir Anlass, mich mit den Schriftstellern Walter Benjamin und Wolfdietrich Schnurre zu beschäftigen, die diese Erfahrung teilen. Ein Wesensmerkmal des déjà vu ist seine Unbeschreibbarkeit. Diese Tatsache stellte mich sowohl vor die Frage der Grenzen der Sprache als auch vor die, welche zusätzliche Möglichkeiten sich in der Sprache der Dichter, in der Malerei und in der Musik auftun. Der Zeitbegriff einer horizontalen Zeit war um den der vertikalen Zeit und den der Bergson´schen Zeit zu erweitern. Wie steht es um unser Erinnern? Was ist überindividuell am déjà vu? Diese Frage führte zu Theodor W. Adorno. Wie hängen déjà vu, Monadologie und die Philosophie des Vorsokratikers Anaxagoras , dass in allem von allem sei, zusammen? Wieviel "Romantik" liegt im déjà vu? Ein bunter Reigen von Fragen tut sich auf, die eher anekdotisch beantwortet werden und ein eigenes Nachdenken des Hörers und der Hörerin wecken können und sollen.
Wer dazu Zeit, Lust und Möglichkeit hat, möge sich vor dem Vortrag die C-Dur Symphonie von Franz Schubert anhören. Auf dieses Musikstück wird eingehender Bezug genommen werden. Eine empfehlenswerte Aufnahme ist hier zu hören: www.youtube.com/watch?v=z9RTvJS8F64.
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Zur Person des Vortragenden
Rüdiger Lorenz wurde in der Mitte des letzten Jahrhunderts im Ruhrgebiet geboren. 1968 begann er sein Studium der Philosophie, Gräzistikund Germanistik in Tübingen, begegnete dort noch Ernst Bloch. Nicht weil ihm das Studium keine Freude mehr gemacht hätte sondern weil ihn die Anthroplogie und das "erdende" des ärztlichen Berufs anzog, wechselte er 1970 Zur Medizin und nach Gießen. Nach dem Staatsexamen 1976 Promotion, Wehrdienst und danach Weiterbildung zum Kinderarzt an den Universitätskliniken für Kinderheilkunde in Gießen und für Kinder- und Jugendpsychiatrie in Marburg. Von 1984 - 2013 war er als Kinderarzt, Neuropädiater und mit der Anerkennung "Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie" in Bad Wildungen niedergelassen.
Sein Arbeitsschwerpunkt war die Epileptologie. Während der Praxistätigkeit Publikationen in der "Zeitschrift für Epileptologie" und den "Neuroendocrinological Letters" über Migräne, Neuroimmunologie und die Anwendung von Cannabinoiden bei Kindern mit schweren Beeinträchtigungen. Nach Eintritt in den Ruhestand bald Rückkehr nach Gießen und erneute Eheschließung. Im Ruhestand Aufleben alter philosophischer Interessen und erstmalige intensivere Zuwendung zur Musik, kinderärztliche Tätigkeit in der "Hessischen Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge" und -vor allem- viel geteilte Zeit mit Frau, Kindern und Enkeln.